Zum Erhalt der Fankultur-Demonstration in Berlin

September 4th, 2010 by Horidos 1000

Zum Erhalt der Fankultur
Demonstration am 09. Oktober 2010 in Berlin
Treffpunkt: 13.00 Weltzeituhr am Alexanderplatz | Eröffnungskundgebung 14.00 Uhr
Organisatoren: Fan- und Ultraszenen aus Deutschland; ProFans (www.profans.de); BAFF (www.aktive-fans.de); Unsere Kurve (www.unserekurve.de)

Warum jetzt eine Demo für Fankultur?
Jeder, der sich etwas regelmäßiger mit Fußball in Deutschland auseinandersetzt, wird in der letzten Saison zahlreiche Horrormeldungen aus den Medien vernommen haben, die von einer Eskalation in den Fanszenen berichteten. Zeitweilig schienen sich die Schlagzeilen zu überschlagen. Und während die halbe Nation über die Vorfälle von Bochum (Nürnbergfans durch Pyrotechnik verletzt), Berlin (Platzsturm) oder anderswo debattierte, meldeten viele Fanszenen Stadionverbotswellen: Nürnberg, Hertha, München, Hamburg, Köln, Hannover, Bielefeld und einige mehr. Es gab Strafen, die bislang im deutschen Profifußball ein Novum darstellten: Verbote von Auswärtsfahrten (Nürnberg, Köln, Rostock, Dresden) oder die Schließung einer Heimkurve (Hertha, Bochum). Für das Vergehen einiger weniger wurden ganze Fanszenen bestraft. Vermehrt wurden Einschränkungen für Fans diskutiert und teilweise umgesetzt: personalisierte Tickets, Verbote von Fanutensilien und Choreographien, Verbote eigener Fanzines und so weiter. Dies alles sind Strafen, die kein Konzept der Prävention für künftige Zwischenfälle vorweisen und die in der großen Mehrheit völlig unbeteiligte, friedliche Fußballfans treffen.

Wie sahen die Reaktionen der Fangruppen aus? Wenn überhaupt, dann gab es kleinere Aktionen (z.B. in Form von Spruchbändern) in den einzelnen Kurven selbst. Aber passierte irgendetwas von mehreren Kurven zusammen? Eine tatsächliche Fangruppenübergreifende Aktion, die öffentlich antwortet, Vorwürfe kommentiert und evtl. richtig stellt, die zeigt was Fankultur neben einigen Negativschlagzeilen in der Regel Positives ausmacht, so etwas hat es schon seit Jahren nicht mehr gegeben. Daher ist nun, nach dem Chaos der letzten Saison und dem abgeklungenen Fußballboom der WM, die Zeit gekommen am Anfang der neuen Saison 2010/2011 auf die Straße zu gehen und zu zeigen, was uns Fankultur bedeutet und wert ist.

Jetzt ist die Zeit, ein Zeichen zu setzen!

Wir wollen uns nicht nur beschweren, einklagen und fordern. Wir wollen für die Fankultur, die wir leben, werben. Wir wollen auf die Straße gehen und kundtun wie bunt, kreativ und vielseitig faszinierend Fankultur ist. Wie viele Fangruppen engagieren sich neben dem Fußball für gesellschaftliche Belange? Wie viele zeichnen sich durch soziales Engagement in ihrer Szene, ihrem Verein oder ihrer Stadt aus? Ist das der Öffentlichkeit überhaupt bekannt?

Die Demo soll ein Zeichen an alle Funktionäre und Fußballbosse sein, das ihnen klar macht, dass der Fußball nur mit uns das ist, was alle fasziniert. Sie sollen merken, was sie riskieren, wenn sie weiter den Kurs der Verdrängung unserer Fankultur fahren. Es soll aber auch ein Zeichen sein an alle Fanszenen. Uns allen muss klar werden, dass wir gemeinsam für unsere Fankultur einstehen müssen, wenn wir sie auch in der Zukunft noch leben wollen. Es soll ein Zeichen für die Fanszenen sein, mehr über ihr Dasein, ihr Tun und ihr Lassen zu reflektieren. So viele Steine legen sich die Fanszenen oftmals selbst in den Weg. Es wird Zeit zu diskutieren, aus Fehlern zu lernen und selbst zu handeln, wenn wir unsere Fankultur erhalten wollen.

Warum eine Demo in Berlin?

Unter dem Motto “Zum Erhalt der Fankultur” fand bereits im Jahr 2002 in Berlin eine gemeinsame Demonstration von Fans verschiedenster Vereine statt und auch 2005 setzten die Fans mit einer farbenfrohen Demonstration in Frankfurt ein ausdrucksstarkes Zeichen für den Erhalt der Fankultur. Auch wenn sich seither viel in den Fankurven verändert hat und sich einige Problemfelder verlagert haben, sind die Themen und grundlegenden Probleme bis heute die gleichen geblieben. In manchen Bereichen konnten kleinere Fortschritte erreicht werden (z.B. teilweise lokale Anhörungsmöglichkeiten bei Stadionverbotsfällen), in anderen hat sich die Lage verschlimmert. Als Beispiel seien die Anstoßzeiten und späte Terminierung genannt. Wir wollen mit dieser Demo den Bogen zur Demo 2002 schlagen und das damals begonnene Engagement endlich zusammen weiterführen.

Was sind heute im Jahre 2010 konkrete Probleme von Fußballfans?
Was sind Gefahren für unsere Fankultur?

Mit der folgenden Auflistung geben wir Euch einen kleinen Überblick:

Einschränkung von Fanutensilien
Fahnen, Trommeln, Megaphone, Choreographien, Banner, unabhängige Fanzines und viele andere Dinge sind Elemente von Fankultur, die ihre Kreativität und Farbe ausmachen. Leider sind viele Fans, vor allem bei Auswärtsspielen, in diesen essentiellen Punkten großen Restriktionen, Einschränkungen und Verboten ausgesetzt. Diese beruhen aber so gut wie nie auf realen Sachzwängen, sondern sind oftmals reine Schikane und Machtdemonstration. Eine unabhängige und zu Eigenverantwortung befähigte Fankultur braucht aber Luft zum Atmen. So gab es in jüngerer Vergangenheit auch schon Geldstrafen für Fans, die innerhalb ihrer eigenen Fankurve Fahnen schwenkten, deren Stocklängen geringfügig größer als die restriktiven Vorgaben der Stadionordnung waren. Oder es wurden im Vorwege schriftlich erlaubte Fanutensilien am Eingang zum Auswärtsblock spontan verboten.

Anstoßzeiten

Die Terminierung der Spieltage ist das beste Beispiel dafür, dass alle anderen Interessen denen der Geldgeber, hier also der TV-Konzerne untergeordnet werden. Für die Fans wird es dadurch immer schwieriger ihrer Mannschaft zu den Spielen zu folgen. Auch die späte Terminierung der Spieltage führt immer wieder zu großen Problemen. Dass es nicht sinnlos ist, für Belange wie Anstoßzeiten zu kämpfen, zeigt ein Beispiel der jüngeren Vergangenheit: Motiviert durch die internationale Aktion für fangerechte Anstoßzeiten “Our game – our time”, verkündete der schwedische Fußballverband eine Änderungsbereitschaft bei den Anstoßzeiten!
Wir haben aktuell eine Vielzahl an unterschiedlichen Anstoßzeiten am Spieltag. An Regelspieltagen beginnen die Spiele allein in den ersten beiden Bundesligen an folgenden Zeiten
- Freitag um 18 Uhr und 20:30 Uhr
- Samstag um 13 Uhr, 15:30 Uhr und 18:30 Uhr
- Sonntag um 13:30 Uhr, 15:30 Uhr und 17:30 Uhr
- Montag um 20:15 Uhr.
An Spieltagen unter der Woche werden die Spiele ebenfalls frühzeitig angepfiffen, sodass selbst den Heimfans aufgrund der Arbeitsverpflichtungen der Stadionbesuch erschwert bis unmöglich gemacht wird. Und dieses setzt sich natürlich bis in die unteren Ligen fort.
Gegen diese Spieltagszerstückelung gab es im Vorfeld natürlich große Proteste. Natürlich wurde auf die Wünsche und Bedenken oder Argumente der Fans seitens der DFL bei der Erstellung des neuen Anstoßzeitenkonzepts keine Rücksicht genommen und stattdessen die Anstoßzeiten so gelegt, dass diese unter dem Motto “Exklusivität steigert den Preis” optimal vermarktet werden konnten.

Kommerzialisierung
Wenn wir uns als Fans gegen die Kommerzialisierung des Fußballs oder “Gegen den modernen Fußball” aussprechen, dann heißt das nicht, dass wir uns vor Notwendigkeiten verschließen oder das Rad der Zeit zurück drehen wollen. Wir wehren uns aber gegen eine maßlose Entwicklung, die alle anderen Interessen der Profitmaximierung unterordnet. Wir Fans sind auch ein wichtiger Teil des Fußballs, nicht mehr und nicht weniger! Und ein Teil, den man nicht in ein paar Jahren durch Geld kompensieren kann.
Es kann nicht sein, dass z. B. traditionsreiche Stadionnamen wie das Westfalenstadion Dortmund oder das Waldstadion in Frankfurt an Unternehmen verkauft werden oder die eigenen Vereinsfarben aufgrund
von Marketingstrategien beliebig variiert werden. Wir, die Fans der Vereine, verlieren dadurch wichtige Identifikationsmerkmale. Aber auch die Vereine selbst und die Liga verlieren Alleinstellungs- und Identifikationsmerkmale, die den eigenen Wiedererkennungswert mindern. Im Augenblick des Verkaufs mag der Wert scheinbar gesteigert werden. Auf die Dauer werden aus wertvollen, in weiten Teilen der Öffentlichkeit mit dem jeweiligen Verein assoziierten Namen beliebig austauschbare Begriffe, die keinerlei emotionale Bindung zulassen. Es kann nicht sein, dass Vereine und Liga ihre Identitäten für Jahre aufgeben wollen, nur um einen weiteren überteuerten Spieler für zwei Jahre finanzieren zu können. Die finanziellen Löcher werden stetig weiter geschoben, die Fanwarnungen vor den Folgen sollten endlich ernst genommen werden statt stetig neue Vermarktungsoffensiven zu starten und damit den Identitätsverlust auf die Spitze zu treiben.
Weiterhin sprechen wir uns konsequent für die Beibehaltung der “50+1″-Regel aus, welche besagt, dass die Mehrheit der Vereinsanteile beim Verein selbst bleiben müssen und somit keine Investoren oder Unternehmen die komplette Kontrolle über die Fußballvereine übernehmen können.
Negative Beispiele kennen wir bereits aus Österreich, wo das Unternehmen “Red Bull” die kompletten Rechte am Verein Austria Salzburg erworben und anschließend die komplette Identität geändert hat. So wurde der Name in Red Bull Salzburg und die Vereinsfarben von lila-weiß in rot-blau geändert, um einen optimalen Markenauftritt sicherzustellen. Auch in Deutschland ist Red Bull inzwischen tätig geworden. Der Oberligaverein SSV Makranstädt wurde aufgekauft und umbenannt in “RasenBallsport Leipzig”. Mithilfe der Millionen des Getränkekonzerns ist es wohl nur noch eine Frage der Zeit bis die selbsternannten “Roten Bullen” aus der “Red-Bull-Arena” (vormals Zentralstadion) in Leipzig im deutschen Profifußball zu finden sein werden, wodurch dann eine traditionelle Mannschaft samt ihrer Fans von der Bildfläche verschwindet.
In England sind viele Vereine nach der Übernahme durch einen Investor nun hoch verschuldet. Und das ist leider nicht die einzige Folge einer wahnwitzigen Kommerzialisierung, wenn man sich z.B. die Ticketpreise anschaut (billigste Karte bei einigen Partien: 80 Euro).

Stadionverbote
Stadionverbote werden meist schon bei Aufnahme eines Verfahrens, also VOR dem Beweis der Schuld des Betroffenen, vergeben. Offiziell sind sie eine Präventivmaßnahme, die verhindern soll, dass jemand im Stadion gewalttätig wird, de facto stellen sie eine Strafe dar. Auf der einen Seite existieren Betroffene, die beweisen müssen, dass sie unschuldig sind, was während eines Ermittlungsverfahrens durch die Polizei sehr schwer ist. Denn Informationen an Betroffene gibt diese selten und ungern Preis. Ganz im Gegensatz zu ihrer Freizügigkeit bei der Weitergabe von Halbwahrheiten an die Vereine oder den DFB. Auf der anderen Seite sind vermehrt jugendliche Fans betroffen, die wegen Lappalien aus dem Stadion und von ihren Freunden ausgesperrt werden. Obwohl es theoretisch in den Richtlinien die Möglichkeit zu Bewährungsauflagen gibt, wird leider nur selten davon Gebrauch gemacht. Somit sind diese oftmals mit einer überzogenen und unverhältnismäßigen Strafe konfrontiert. Dadurch wird das Vertrauen in den Rechtsstaat und auch die Gerechtigkeit allgemein erschüttert und die Betroffenen werden in nicht unerheblichen Maß kriminalisiert. Sie finden sich vor den Stadiontoren wieder, wo ein von Fans und Polizei gleichermaßen gepflegter gewalttätiger oder pseudo-gewalttätiger Habitus existent ist und eine Alternative zur grauen Tristesse darstellt. Dass Gewalt schon lange nicht mehr in den übermäßig überwachten Stadien stattfindet, widerspricht ebenfalls der Mär vom präventiven Charakter der Stadionverbote. Stadionverbote vermindern nicht die Gewalt, sie schüren sie. Außerdem widersprechen Stadionverbote rechtsstaatlichen Grundsätzen und sind keine Lösung für die Probleme des Fußballs. Sie sind selbst ein Problem.

Datei Gewalttäter Sport
Die Datei Gewalttäter Sport ist eine riesige Datensammlung von Fans, unabhängig davon, ob sich diese etwas zu Schulden haben kommen lassen oder nicht. So reicht es zum Beispiel eine einfache Personalienfeststellung aus, um in die Datei aufgenommen zu werden. Der eintragende Beamte muss nur annehmen, dass derjenige vielleicht irgendwann auffällig werden könnte. Diese Eintragung hat dann allerdings einen ganzen Rattenschwanz an negativen Auswirkungen. So kann sie im Extremfall Grundlage für Ausreiseverbote, Meldeauflagen, Stadtverbote oder für so genannte Gefährderansprachen sein, bei denen Fans durch Besuche durch Polizeibeamte zu Hause oder bei der Arbeit bewusst in ihrem sozialen Umfeld bloßgestellt werden sollen. Wenn die Bundesrepublik ein Sozialstaat sein will, widerspricht sie sich mit diesem Verhalten. Anstatt die Verantwortung für scheinbare “Problemfälle” zu übernehmen, wird diese weiter geschoben und mehr noch, es wird durch solches Vorgehen dafür gesorgt, dass betroffene Personen nahezu gänzlich aus der Gesellschaft ausgeschlossen werden. Vor allem stellt die Eintragung eine Stigmatisierung bei beispielsweise Grenz- oder gewöhnlichen Verkehrskontrollen dar. Dabei muss man sich vor Augen führen, dass sie meist auf vagen Verdachtsmomenten und subjektiven Einschätzungen beruht und man selber über eine Eintragung nicht informiert wird. Die Datei wurde auf dem Rechtsweg über mehrere Instanzen als unzulässig eingestuft und erst durch eine nachträgliche Rechtsverordnung des Bundesrates am Tag der Urteilsverkündung vor dem Bundesverwaltungsgericht legitimiert. Dabei spricht es Bände, dass eine Debatte im Bundestag vermieden worden ist, um diese Änderung vor der Öffentlichkeit zu verbergen. Mittlerweile sind über 11.000 Personen in der Datei gespeichert.

Polizeiliche Einsatztaktik

Die Art und Weise, wie einzelne Beamte sich gegenüber Fans verhalten, führt in der Regel zu Frustration, Aggression und Eskalation auf Seiten der Fans. Diese Eskalation wird teilweise bewusst in Kauf genommen. Auch die Einsatztaktik spiegelt oftmals den „Fußballfan als Feindbild“ wieder. Die Polizei schafft sich ihre Problemfans selber. Der Alltag der Fans besteht besonders auf Auswärtsfahrten aber auch bei Heimspielen aus engen Polizeikesseln, ständigen Kontrollen und Schikanen sowie Aggressionen und Provokationen. Der Corpsgeist der Polizei schützt dabei nicht nur dieses Vorgehen sondern auch Gewalttätigkeiten und Übergriffe gegen Fans. Dass dies nicht nur unbegründete Vorwürfe von Fußballfans selbst sind, kann man z.B. aus Berichten der Menschrechtsorganisation Amnesty International entnehmen, die im Rahmen der Untersuchung von unaufgeklärten Misshandlungen durch die Polizei in Deutschland, auch Ausführungen über rechtswidrige Gewalt von Polizisten bei Fußballspielen machen.

Wie wurde bislang mit diesen Themen umgegangen?

Es gab Demos, lokale oder bundesweite Aktionen und vieles mehr. Und seit einigen Jahren auch grundsätzlich Gespräche mit dem DFB und der DFL. Viele dieser Probleme wurden auf dem so genannten “Leipziger Fankongress” im Jahr 2007 thematisiert, der vom DFB ausgerichtet wurde. Die Ergebnisse dieses Kongresses, die in den verschiedenen Arbeitsgruppen entstanden sind, sollten in der darauf eingerichteten so genannten “AG Fandialog” thematisiert werden. In dieser AG Fandialog saßen neben DFB und DFL ebenso Fanvertreter von ProFans, BAFF und Unsere Kurve. Der Charakter dieser Veranstaltung spricht Bände über die Art und Weise, wie mit den Faninteressen umgegangen wird. Zwar gab es viele Lippenbekenntnisse, eine wirkliche Verbesserung trat in keinem der genannten Problemfelder auf. Ein wirklicher Dialog zwischen gleichberechtigten Gesprächspartnern fand nicht statt. Vielmehr diente die Veranstaltung anscheinend dazu, dass sich DFB und DFL als gesprächsbereit und fannah hinstellen konnten.

Aber auch wir Fans müssen auf unserer Seite Versäumnisse und Fehler einräumen. Eine jetzt einsetzende selbstkritische Diskussion über die eigenen Handlungsweisen hätte schon viel früher einsetzen müssen. Dies müssen wir ganz klar eingestehen. Parallel zu einer Diskussion über die erwähnten Probleme, denen wir Fans ausgesetzt sind, muss jetzt innerhalb der verschiedenen Fanszenen eine selbstkritische Reflexion der eigenen Handlungsweisen stattfinden und Konsequenzen haben. Wir sind uns bewusst, dass Freiheit auch Verantwortung mit sich bringt. Noch einmal: Diese Demo soll auch ein Zeichen an uns Fanszenen sein!
Wir möchten betonen, dass wir weiter auf Dialog setzen wollen. Wir sind ein Teil des Fußballs und wollen, dass man uns zuhört und uns ernst nimmt.

Die Demo ist erst der Anfang

Unser Vorhaben ist es, den Einsatz “Zum Erhalt der Fankultur” gemeinsam fortzusetzen. Unter diesem Motto soll mit der Demo eine Kampagne ins Leben gerufen werden, bei der jede Fan eingeladen ist mitzuwirken. Es wird eine Internetseite eingerichtet auf der künftig über sämtliche Beiträge und Aktionen für diese Kampagne berichtet wird, auf der ihr Neuigkeiten im Einsatz für Fanrechte erfahren – und Euch als Unterstützter eintragen lassen könnt. Informiert Euch auf: www.erhalt-der-fankultur.de. Macht mit bei künftigen Aktionen. Beteiligt euch an Diskussionen. Berichtet in euren Fankurven davon. Erzählt davon in euren Familien und bei euren Freunden. Lasst uns gemeinsam die Sache voranbringen.

KEIN KICK OHNE FANS! ZUM ERHALT DER FANKULTUR!

Kommt zur Demo am 09. Oktober 2010 um 13.00 Uhr auf den Alexanderplatz in Berlin!
Die Demonstration wird von Fans für Fans organisiert. Wir bitten Euch um eine friedliche Teilnahme. Es sollte klar sein, dass übertriebene Feierei sowie sinnfreies oder beleidigendes Skandieren bei dieser Veranstaltung fehl am Platz ist und unserem Anliegen schadet! Weiterhin möchten wir auf den antirassistischen Grundkonsens der Fanorganisationen hinweisen, der natürlich auch für die Teilnahme an der Demo gilt.
Wer sich daneben benimmt, wird von der Demo ausgeschlossen.

Fanvertreter enttäuscht über AG Fandialog

August 21st, 2010 by Horidos 1000

Fanorganisationen ProFans, Unsere Kurve, BAFF und F_in reagieren auf die Entwicklung und erwägen Ausstieg zur Winterpause

Hamburg, 18. August 2010 – Nach fast drei Jahren kann seitens der Fanorganisationen über die bisherige Arbeit innerhalb der AG Fandialog, zwischen dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) und der Deutschen Fußball Liga (DFL) auf der einen Seite und den Fanorganisationen auf der anderen, kein positives Resümee gezogen werden.

Ursprünglich wurde die Arbeitsgruppe Fandialog ins Leben gerufen, um die gemeinsam erarbeiteten Themen des DFB-Fankongress 2007 in Leipzig im Nachgang zu diskutieren und umzusetzen sowie den Dialog zwischen Fans und Offiziellen zu verbessern und zeitnah sowie aktuell zu halten. Die Realität sieht leider ganz anders aus.

„Unsere Kurve“-Teilnehmer Mathias Scheurer äußert sich aufgrund seiner Erfahrungen wie folgt: „Diskussionen bei für uns wichtigen Themen verlaufen ergebnislos. Entweder werden Zuständigkeiten von offizieller Seite munter hin und her geschoben oder es mangelt schlicht an der Entscheidungsbefugnis der beteiligten Personen. Dies dokumentiert den Stellenwert dieser Arbeitsgruppe bei DFB und DFL. Ich vermisse bei den beteiligten Verbänden dienotwendige Ernsthaftigkeit, sich wirklich mit brennenden Themen zu beschäftigen und die Bereitschaft, wirklich etwas im Sinne der Fans verändern zu wollen. Das Marketinginstrument “Fanclub Nationalmannschaft sponsored by…” genießt offenbar eine höhere Priorität als die Lösung dringender Probleme im Fußball-Tagesgeschäft. Solange dies so bleibt, stellt sich die Frage, ob die Teilnahme an der AG überhaupt einen Sinn ergibt.“

Bei dem kleinsten Fehlverhalten von Fanseite wird nicht mit, sondern meist über uns geredet. Wird dies kritisiert, verweist man auf den „Fanvertreter“ von der KOS oder auf Fanbeauftragte. Noch einmal in aller Deutlichkeit: Wir wissen deren Arbeit wirklich zu schätzen, aber es sind KEINE Fanvertreter sondern bezahlte Fanbetreuer! Es werden drastische Strafen an komplette Fanszenen für individuelle Fehler Einzelner verhängt. Verringerung der Kartenkontingente für Gästefans, Sitzplatzzwang, Ausweiszwang, Polizeikessel, schikanöse und entwürdigende Behandlung von Gästefans, all das ist eine pauschale Kriminalisierung aller Fans des entsprechenden Vereins. Eine Vorgehensweise, die dem entgegensteht, was der gesunde Menschenverstand fordert, nämlich Differenzierung und Einzelfallprüfung.

Warum all dies stattfindet, obwohl mit der AG Fandialog eigentlich ein Medium geschaffen wurde, in dem über aktuelle Entwicklungen gemeinsam diskutiert werden sollte, können wir in keinster Weise nachvollziehen.

Nicole Selmer, konstante Teilnehmerin für F_in, sieht das ebenfalls kritisch: „Viele Themen, die wir versucht haben anzusprechen, scheinen den „Raum AG Fandialog“ niemals zu verlassen. Und auch sonst scheint niemand ernsthaft an einem Dialog interessiert zu sein. Wie sonst ist es zu erklären, dass wir vier oder fünf Mal dieselbe Anfrage stellen und jedes Mal die Reaktion lautet „Interessante Idee, wir werden das prüfen“.

Weiterhin muss klar gestellt werden, dass die offenen Themen des Fankongress 2007 bislang nicht abgearbeitet wurden (siehe: http://www.profans.de/pressemitteilung/ … ngress.htm). Wir haben hier vehement darauf gedrängt und hingewiesen, leider ohne Erfolg. Skurril wurde es, als vom DFB ohne weitere Begründung verkündet wurde, die offenen Punkte seien alle erledigt. Wir wissen natürlich, dass nicht alle unsere Wünsche und Forderungen umgesetzt werden können, aber mehr als ein „erledigt“ auf unsere Fragen erwarten wir als Antwort definitiv. Grundsätzlich gehen wir auch davon aus, dass alle Themenfelder vorab ergebnisoffen in der AG Fandialog diskutiert werden.

Bezeichnend in der aktuellen Situation ist, dass feste Zusagen von offizieller Seite nicht eingehalten werden. Seit knapp 1,5 Jahren wird uns versprochen an einer offiziellen Spieltagsterminierung der DFL teilnehmen zu können. Dies geschah zu einem Zeitpunkt, als die Anstoßzeiten reformiert werden sollten und neue Fernsehverträge zur Verhandlung anstanden. Nachdem wir monatelang versuchten einen Termin zu bekommen, wurde uns jetzt doch eine Absage erteilt – aus Datenschutzgründen. Dieses und die ausbleibende Unterbreitung von Lösungs- oder Alternativvorschlägen führt dazu, dass sich der Verdacht erhärtet, dass die Zusage nur getätigt wurde, um den damaligen groß angelegten Fanprotesten den Wind aus den Segeln zu nehmen. Festzuhalten bleibt, dass die Anstoßzeiten weiter zerstückelt und fanunfreundlicher wurden und die TV-Verträge in trockenen Tüchern sind. Die Hinhalte- und Einlullungstaktik der DFL hat somit funktioniert!

In der AG Fandialog wurde von unserer Seite auch das Thema Musterstadionordnung angesprochen. Diese stellt ein Grundgerüst des DFB für die Vereine dar, an der viele sich orientieren, z.B. welche Fanutensilien (Fahnen, Doppelhalter) erlaubt werden. Hierzu wurde gemeinsam in der AG Fandialog festgestellt, dass diese nicht fan- und zeitgemäß sei und wir wurden aufgefordert unsere Vorschläge auf offiziellem Wege einzureichen, was wir auch getan haben. Nach mehreren Monaten des Wartens wurde uns dann kurz und knapp mitgeteilt, dass keine Änderungen an der Musterstadionordnung geplant sind. Bemerkenswert, wo doch die einhellige Meinung war, dass Änderungen erforderlich sind.

Die Stadionverbotsrichtlinien des DFB wurden im November 2009 ohne jegliche Information der Fanorganisationen geändert. Auch wenn die Stadionverbotsrichtlinien beständig Thema bei den AG Fandialog Sitzungen sowie anderen Gesprächsrunden waren, hat der DFB anscheinend nicht realisiert, wie wichtig und sensibel dieses Thema ist. Auf Nachfrage, warum hier keine Information erfolgte, wurde uns nur mitgeteilt, dass nicht alle Änderungen der Richtlinien offiziell beworben würden.

Diese drei Beispiele sind bedauerlicherweise nur die Spitze des Eisbergs. Diese gesamten Geschehnisse rund um die AG Fandialog können wir nicht länger hinnehmen!

Sandra Schwedler von ProFans bestätigt: „Angesichts des Stillstandes in der AG Fandialog muss ProFans auch einen Ausstieg aus selbiger in Erwägung ziehen. Eine Runde, die keine Ergebnisse beinhaltet, in der wir ganz offensichtlich durch die Verantwortlichen lediglich als Bittsteller, nicht aber als Gesprächspartner auf Augenhöhe wahrgenommen werden, hat keinen Sinn.“

Wir sind an einem konstruktiven Dialog auf Augenhöhe natürlich weiterhin interessiert und auch bereit mitzuarbeiten. So wie es momentan abläuft, kann es jedoch definitiv nicht weitergehen!

Wir erwarten von DFB und DFL, dass der Terminvorschlag für die kommende Sitzung im September zurückgezogen und innerhalb der beiden Verbände ernsthafte Diskussionen über eine Veränderung bei der AG Fandialog geführt werden.
Änderungen an der momentanen Struktur und Arbeitsweise der AG Fandialog werden nun bereits seit fast zwei Jahren versprochen. Sollte sich daher bis zur Winterpause der aktuellen Saison 2010/2011 nichts ändern, werden die oben genannten Fanorganisationen die AG Fandialog verlassen und keine Vertreter mehr zu den Sitzungen schicken.
Dieses Mal erwarten die Fanorganisationen Ergebnisse und keine leeren Versprechungen!

Szene Fürth Förderkreis

August 20th, 2010 by Horidos 1000

Nachdem die Idee der Schaffung eines Anwärter-, sowie eines Förderkreises in der vergangenen Saison gehörig in die Hose ging, sind wir nach reiflicher Überlegung zum Entschluss gekommen, einen Szene Fürth-Förderkreis zu schaffen, in welchem jede Person, die mehr oder weniger aktiv die Szene unterstützen oder mitgestalten will, die Möglichkeit haben kann, dies ganz ohne Verpflichtungen oder ähnliches zu tun.

Der bisherige Anwärterkreis war vom Konzept her einfach zu wenig ausgereift und letztlich haben wir rückblickend einfach zu hastig etwas eingeführt, ohne es genauer durchzuplanen Doch aus diesen Fehlern haben wir gelernt und ein Modell geschaffen, von dem wir glauben, dass es jeder Person ermöglicht, ganz nach seiner/ihrer Auffassung die Szene zu unterstützen.

Sicherlich werden sich einige unter euch nun fragn, welche Vorteile aus einer Mitgliedschaft resultieren, damit die 12 Euro Beitrag nicht “umsonst” sind. Diese haben wir folgend für euch aufgelistet:

-Szene Newsletter zu wichtigen Themen, Terminen oder Aktionen
- allgemeine Artikel verbilligt am Stand
- Szene Fürth- oder Block 12-Klamotten nur noch mit Mitgliedschaft
-aktiver Beitrag zur Förderung der Fankultur in Fürth
- Teil des Ganzen :)

Nach dem Lesen dieser Zeilen wird sicherlich in einigen die Frage aufkommen, wie ihr nun die Möglichkeit habt, auch an Horidos aktiv teilzunehmen. Beteiligt euch an Aktionen, seid immer da, wenn es euch möglich erscheint und gebt alles fürs Kleeblatt. Mit der Zeit lernt ihr uns besser kennen und merkt, wofür wir einstehen und was unsere Ideale sind. Gepaart mit dem beschriebenen Einsatz für die SpVgg und dem Willen Teil einer aktiven Jugendkultur zu werden, ist der Weg nicht weit!

Avanti!

Blickfang Ultra’ Nr. 17+ Blickfang Ultra’ Südamerika Spezial erhältlich!

August 3rd, 2010 by Horidos 1000

An der Saisoneröffnung kommenden Samstag, den 07 August ist die neue Blickfang Ultra’ 17 für 3 Euro, sowie das neue Südamerika Spezial für 4,90 Euro am Infostand erhältlich!

Hauptthemen:

-Interview Frenetic Youth/Pfalz Inferno

-Matchreports

-Blick in die Kurve: Darmstadt

-Italien im Sommer 2010

-Kurzinterview Nordpol Innsbruck-Situation in Paris

Transparenz schützt Menschenrechte- Mehr Verantwortung bei der Polizei

Juli 26th, 2010 by Horidos 1000

Text der Coloniacs – www.coloniacs.com:

An fast jedem Wochenende sehen wir uns mit übermotivierten und gewalttätigen Hundertschaften, die beiden kleinsten Verstößen und Nichtigkeiten und teils auch absolut unbegründet zuschlagen, und mit sogenannten »Szenekundigen Beamten«, deren Aufgabe sich uns all den Jahren immer noch nicht erschließt, konfrontiert.

Für uns war es bisher in keinem Fall möglich von Polizeibeamten, die sich eindeutig gesetzwidrig verhalten, beispielsweise eine Dienstnummer zu erhalten, um Anzeige zu erstatten zu können. Vielmehr mussten wir schon häufiger am eigenen Leib spüren, was es heißt, Grundrechte von Polizeibeamten einzufordern.

Zunehmend ohnmächtig beobachten wir auch den Umgang der Presse mit Vorfällen zwischen Fans und Polizei. Oftmals wird die Fanseite nicht gehört, beziehungsweise Polizeiberichte ungeprüft kopiert, in denen vielmals schlichtweg gelogen wird.

Wir beobachten außerdem sehr kritisch, dass keine gesellschaftliche Debatte um die Probleme von Fußballfans mit der Polizei stattfindet. Zu sehr scheint sich das verzogene Bild des betrunkenen, pöbelnden asozialen Fußballfans und des Hooligans manifestiert zu haben. Auch die »Entschuldigung« für Polizeigewalt aufgrund von Wochenenddiensten oder mangelnder Berufspraxis wollen wir so nicht akzeptieren. Fehler seitens der Polizei werden selten bis gar nicht eingestanden. Überzogene Maßnahmen werden hinter dem Vorwand der Gefahrenabwehr versteckt. Vielmehr wächst in uns der Verdacht, für Einsatzgruppen der Polizei ein willkommenes Übungsfeld für andere Aufgaben geworden zu sein.

Die Kampagne von Amnesty International

»Täter unbekannt«: So heißt es am Ende oft in Deutschland, wenn Polizisten wegen übermäßiger Gewaltanwendung oder Misshandlungen zur Rechenschaft gezogen werden sollen. Das belegt der neue Bericht von Amnesty International »Täter unbekannt – Mangelnde Aufklärung von mutmaßlichen Misshandlungen durch die Polizei in Deutschland«. Der Bericht dokumentiert Fälle übermäßiger Polizeigewalt und Todesfälle in Polizeigewahrsam.

»Misshandlungsvorwürfe gegen Polizisten werden häufig nicht umgehend, unabhängig und umfassend untersucht. Am Ende verlaufen viele Ermittlungen im Sande«, sagte Monika Lüke, Generalsekretärin von Amnesty International in Deutschland, in Berlin. »Nicht selten scheitern Verfahren daran, dass kein Täter ermittelt werden kann – besonders bei Einsätzen in geschlossenen Einheiten. Die Polizisten mauern, teilweise herrscht ein falsch verstandenes Wir-Gefühl unter Kollegen.« Im Rahmen der neuen Kampagne »Transparenz schützt Menschenrechte – Mehr Verantwortung bei der Polizei« fordert Amnesty deswegen u. a. unabhängige Untersuchungen und eine Kennzeichnungspflicht für Polizisten.

Juli 10th, 2010 by Horidos 1000

Karlsruhe-SpVgg Fürth

Mai 11th, 2010 by Horidos 1000

Sonntag 15:00 Uhr. Zu bester Fussballzeit pfiff Herr Bandurski aus Essen das letzte Spiel unserer Elf in dieser Spielzeit an. Irgendwie wohl besser, dass diese komische Saison jetzt zu Ende ist, wobei man in 2 Wochen wohl wieder zittrig Zuhause sitzt und darauf wartet, dass es endlich aufs Neue losgeht. Die Weltmeisterschaft wird wohl für die wenigsten bei uns von Interesse und ersatzwürdig sein. Die ersten 5 Minuten des Spiels standen leider im Zeichen eines weiteren bedauernswerten Todesfalls in der Karlsruher Fanszene, in denen der Heimanhang zu Ehren ihres Freundes gänzlich schwieg, woran sich selbstverständlicher unser Haufen beteiligte, auch wenn man die Person nicht gekannt hat. An dieser Stelle ebenso unser Beileid an alle Angehörigen und Freunde.

Kurz nachdem die Fanblöcke ihr Schweigen gebrochen hatten klingelte es auch schon im Kasten von Weiß(Grün). 1:0 nach 18 Minuten. Ging ja mal wieder flott. Doch komischerweise störte das heute irgendwie keinen und man zog sein Programm weiter durch. Optisch wieder recht nett anzusehen. An der Lautstärke hat es dann wiederholt gehapert. Das 1:1 durch Nöthe nach einem klasse herausgespielten Konter nahm man dann ebenso beiläufig mit wie das wechselhafte Wetter. Auch Die Blauen konnten im Vergleich zu vorangegangenen Spielen ihren Verhältnissen angemessen keine neuen Bäume ausreisen, was wohl wie auch bei uns an der fehlenden Motivation gelegen hat.

Da es eh um rein gar nichts mehr ging vertrieb man sich die Zeit um sich etwas selbst zu feiern und den Spass in den Vordergrund zu stellen. So setzte sich eine spontane Polonaise zu satten Beats unseres Trommelakrobaten in Bewegung, zu der sich fast der komplette Gästeblock einhängte, was ein sehr schickes Bild ergab. Auf dem Platz gab es derweil noch die eine oder andere Chance zu vermelden, ehe der Kick dann schiedlich friedlich durch den Schiri beendet wurde.

Das war sie also die Saison 2009/2010. In ne Kiste packen und tief in den Keller stellen.

Spieler und Trainergespann ließen sich kurz darauf noch mal zur letzten Runde am Zaun blicken um sich emotionslos zu verabschieden. Pflichtaufgabe erfüllt. Schade ist es jedoch dass selbst auf vielen Bitten diverser Fans seitens der Spieler kein einziges Trikot oder Jäckchen den Weg zu den treuesten Anhängern gefunden hat und sämtliche kickenden Angestellten wortlos weitertrabten. Wo andere für ihren Verein buchstäblich ihr Letztes Hemd hergeben, hängen diese finanzschwachen Gesellen scheinbar so an ihrer Arbeitskleidung. Morgen dann wieder in Gucci und Prada. Einzig Mirko Reichel und Trainer Mike Büskens drehten gedankenschnell wieder um und zeigten ihre Verbundenheit zu den Anhängern, indem sie ihr Trainingsleibchen über den Zaun warfen und sich einen angemessenen Sonderbeifall abholten. Die Männer wissen eben was sich gehört und dass sie eh ein neues Kleidungsstück vom Schneidermeister gestrickt bekommen.

Nach einem kleinem Abschlussfoto unter den arroganten Blicken der Zivis bestiegen dann alle wieder ihre Vehikel und machten sich auf den Heimweg. Eine durchwachsene Spielzeit mit Höhen und Tiefen bleibt in unserer Erinnerung. Block 12 hat sich zwar gefestigt und weiterentwickelt, war kurzzeitig jedoch im Begriff zu stagnieren. Jetzt liegt es weiter an uns weitere Schritte nach vorne zu machen und aus einer mittlerweile soliden Basis heraus das Feld neu anzusäen. Fruchtbarer Boden liegt bereit.

Mit getankter Kraft und neuem Elan in die nächste Saison.

Schöne Sommerpause ihr Pappnasen!

Fanrechtetag in Aachen

April 29th, 2010 by Horidos 1000

Im Folgenden dokumentieren wir die Auswertung der Aachen Ultras zum Fanrechtetag in Aachen vergangenen Samstag, an welchem wir uns ebenfalls beteiligten:

Nach langen und intensiven Vorbereitungen war es endlich so weit und der erste Fanrechtetag in Aachen konnte zum Heimspiel gegen die SpVgg Fürth beginnen.

In jüngerer Vergangenheit häuften sich die Fälle in denen Fußballfans, nicht zuletzt durch die grandiose Arbeit diverser Medien, in ein gänzlich falsches Licht gerückt worden. Dieser Entwicklung wollten wir uns energisch in den Weg stellen, um zu zeigen, dass es eben nicht die ,,prügelnden Horden” sind, die das Fußballbild bestimmen, sondern die Vielfältigkeit der verschiedenen Fußballfans, die leider immer häufiger durch repressive Maßnahmen beschnitten wird. Eines sollte an diesem Tag deutlich werden: Es sind sicherlich Dinge passiert, die so in dieser Form nicht hätten passieren dürfen und die auch strafrechtliche Konsequenzen mit sich ziehen. Der verzweifelte Versuch jedoch durch Kollektivstrafen im Fußball Dinge zu unterbinden, die tief in der Gesellschaft verankert sind, schießt über jegliches Ziel hinaus. Denn es sind nicht zuletzt die Anhänger und Anhängerinnen, die der gesamten Entwicklung im deutschen Fußball äußerst kritisch gegenüber stehen, die durch kollektive Bestrafungen an den Rand des Sportes gedrängt werden.

Für unsere Gruppe begann der Tag schon in den frühen Morgenstunden, um die letzten Vorbereitungen für den anstehenden Tag zu tätigen. Vor der Süd wurden mehrere Pavillons errichtet, an denen es Infostände zu den verschiedenen überregionalen Fanorganisationen gab. Neben den Ständen wurden diverse Infotafeln installiert, die einzelne Themengebiete näher beleuchteten. Eine Vielzahl von Texten kam dabei aus anderen Städten, für die wir uns an dieser Stelle nochmals bedanken wollen.

Zudem boten wir die Möglichkeit an einer Torwand satte Preise abzuräumen. Der dadurch erzielte Gewinn wird dem Fanrechtefonds zu Gute kommen. Kurz vor Spielbeginn gab es als vorläufigen Höhepunkt einen kurzen Vortrag zum Thema Solidarität. Den Anwesenden sollte verdeutlicht werden, dass die Bekämpfung der aktuellen Probleme und der Erhalt einer vielfältigen Fankultur nur gemeinsam zum Erfolg führen kann.

Nach dem Spiel sammelten wir uns vor der Südtribüne, um gemeinsam mit unseren Gästen aus Fürth und Freiburg Richtung Innenstadt zu ziehen. Insgesamt werden es wohl um die 300 Personen gewesen sein, die sich an unserem Protestzug beteiligten. Bunt wie die Kurven, die wir fordern, setzte sich der Demozug in Bewegung und machte mehrmals lautstark auf sich aufmerksam. Am Elisenbrunnen, einem zentral gelegenen Wahrzeichen unserer Stadt gab es eine größere Abschlusskundgebung, bei der sowohl ein Redner aus unseren Reihen als auch ein Redner aus Fürth auf die diversen, bestehenden Probleme aufmerksam machten.

Insgesamt können wir, was den ersten Fanrechtetag in unserer Stadt betrifft, ein sehr positives Fazit ziehen. Natürlich hätten wir uns mehr Anteilnahme an den diversen Ständen und auch an der Demonstration gewünscht, aber mit dem jetzigen Ergebnis können wir, gerade im Hinblick darauf, dass es die erste so große Aktion in Aachen bezüglicher dieser Thematik war, sehr zufrieden sein. Es ist uns wichtig, dass die Thematik nun nicht in Vergessenheit gerät. Aktive Fußballfans müssen endlich auf Augenhöhe mit den Verantwortlichen der ganzen Misere wahrgenommen und als Gesprächspartner ernst genommen werden.

Schluss mit der Doppelmoral! Schluss mit der andauernden Kriminalisierung von Fußballfans!

Bunte Kurven, statt leere Ränge! Der Fußball lebt von seinen Fans!

Weitere Fotos gibt es auf: www.spvgg-fuerth.com

Alemannia Aachen-SpVgg Fürth

April 25th, 2010 by Horidos 1000

Mit zwei nicht ganz vollbesetzten Bussen machten wir uns auf den Weg nach Aachen zum Gastspiel bei der Alemannia. Aufgrund einer etwas verspäteten Abfahrt und eines kleinen Staus kamen wir erst 15 Minuten vor Anpfiff am “neuen Tivoli” an, wo lediglich eine Kasse geöffnet war. Nachdem sich nun also alle mit den 12,50 Euro teuren ermäßigten (!) Karten eingedeckt hatten, ging es etwa 10 Minuten nach Anpfiff ins Stadioninnere. Mit dem mitgebrachten Material gab es am Eingang keinerlei Probleme.

Im Block positionierten wir uns mit knapp 80 Leuten hinter den Zaunfahnen und es wurde ganz ansprechend losgelegt. Leider waren beide Trommler am heutigen Tag verhindert, so dass improvisiert und auch auf die Snare-Drum verzichtet werden musste. In der Nachspielzeit gerieten unsere Mannen dann mit 0:1 in Rückstand, was die Alemannia gleich nach der Halbzeit zu einer 2:0 Führung ausbaute. Hier erhielt auch die Stimmung im Block einen kurzen Knicks. Nichtsdestotrotz wurde, wenn leider auch etwas weniger intensiv, weitergesungen und spätestens nach den zwei Paukenschlägen zum 2:2 Ausgleich wurde ein ansprechendes Level erreicht. Dieses konnte auch bis zum Abpfiff gehalten werden, so dass insgesamt von einem guten Auftritt gesprochen werden kann. Auch der Einsatz der schwenkbaren Elemente wusste wieder einmal zu gefallen.

Nach dem Spiel ging es zur gemeinsamen Demo zum Erhalt der Fankultur, zu welcher in den kommenden Tagen ein ausführliches Resümee erscheinen wird!

Fotos, sowohl vom Spiel, als auch von der Demo, gibt es wie immer auf:

www.spvgg-fuerth.com

Homepage online..

April 20th, 2010 by Horidos 1000

Internet. Fällt dieser Begriff im Zusammenhang mit dem Wirken aktiver Fans, so entfacht er nicht selten eine heftige Diskussion. Von “Internet-Ultras” ist dann die Rede, die in Foren wie “ultras.ws” ihr Unwesen treiben und dort irgendwelche Unwahrheiten als angebliches Insiderwissen anpreisen. Für viele Jugendliche, die von Ultra’ fasziniert sind, bieten solche angeblichen “Szene-Foren” die erste Anlaufstelle, auf der sie dann sofort mit “Riot” oder dem Verkauf von Sturmhauben, etc. konfrontiert werden.
So wird vielen “Neulingen” ein völlig verkehrtes Bild von unserer Kultur vermittelt, nach welchem diese dann wohl auch streben – wer kann es ihnen auch verübeln?

Wir als Gruppe sind nun fast drei Jahre ohne eigene Internetpräsenz ausgekommen. Vermisst wurde diese auch nie, aber die Zeit hat gezeigt, dass die Nutzung des World-Wide-Webs als Kommunikationsplattform in der heutigen Welt mit all ihren Facetten unabdingbar ist. Deshalb haben wir uns entschieden, diesen kleinen Blog einzurichten, auf dem ihr euch über unsere Gruppe, unseren “eigenen” Block und unsere geliebte Kleeblattstadt informieren könnt.
Darüberhinaus sollen hier Informationen zu bevorstehenden oder vergangenen Ereignissen vermittelt werden.

Die Zukunft gehört uns!